Chronik

>>Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten<< August Bebel (1840-1913)

 

Westernschießen Entstehung und Entwicklung des Vereins

Vereinschroniken sind langweilig und niemand liest sie jemals wirklich?

Diese hier ist anders, ganz anders. Verfolgt den zunächst holprigen Weg der Sportschützen Bocholt vom Schießtraining in einer Gaststätte bis zu seiner Entwicklung zu einem der größten Schießsportvereine NRWs. Heute trainiert der Verein im Leistungszentrum des LV4 des BDS. Eine Gaststätte allerdings, haben wir noch immer.

 

Vereinsgründung – Die ersten 16:

Im Dezember 1966 fanden sich innerhalb der neu erstellten Siedlung “Auf dem Löwerick” in Bocholt einige Nachbarn zusammen, die sich für das sportliche Schießen interessierten. Schon nach wenigen Tagen gründeten 16 Mitglieder einen Schießsportverein und gaben ihm den Namen “Sportschützen Bocholt”.

Die Vorbesprechungen und die Gründungsversammlung mit Wahl des 1. Vorsitzenden am 09. Dezember 1966 fanden unter kommissarischer Leitung von Wilhelm Wübbels statt. Zum 1. Vorsitzenden wurde Hilarius Portz gewählt, Fritz Erkens wurde der 1. Sportwart.

 

Erste (Schieß-)Gaststätte:

Ein richtiger Schießstand war nicht vorhanden. Die Schützen wussten sich aber zu helfen und benutzten jeden Donnerstag Abend einen Saal der damaligen Gaststätte Telaar auf der Kurfürstenstraße in Bocholt. Der Saal wurde normalerweise für den Gaststättenbetrieb genutzt. Deshalb mussten die acht transportablen Scheibenanlagen zu jedem Schießen auf- und abgebaut werden. Die Fenster wurden aus Sicherheitsgründen von innen mit Holzblenden versehen und die Tür musste während des Schießens ständig abgeschlossen sein.

 

Schießdisziplinen:

Da es sich um eine genehmigungspflichtige Schießanlage handelte, durfte dort nur mit Luftgewehr und -pistole geschossen werden.

 

Dachorganisationen

Die Aufnahme in den Rheinischen Schützenbund e.V. erfolgte im August 1967.

 

Vereinsregister – Endlich ein Verein:

Im November 1981 erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister des Amtsgerichts Bocholt unter der Nummer VR459.

Seitdem darf der Zusatz e.V. im Vereinsnamen geführt werden. Die Gemeinnützigkeit des Vereins wurde anerkannt.

 

Erstellung der neuen Schießanlage in Spork auf dem Grundstück der Familie Schmeink:

Die Mitgliederzahl stieg allmählich so stark an, dass der Saal der Gaststätte Telaar nicht mehr ausreichte. Im Zuge der Erstellung einer gewerblich genutzten Halle erbauten Berni und Ursel Schmeink (damals 1. Vorsitzender und Damenwart) im Dezember 1981 im Kellergeschoß der Halle eine genehmigte Schießsportanlage mit 10 Schießbahnen. Außerdem wurde ein Schießstand für Lufdruckwaffen angeschlossen. Ein großer Anteil wurde dabei in Eigenleistung durch die Vereinsmitglieder erstellt.

Schießstand 1 Schmeink

In der Schießanlage waren nun auch Schießdisziplinen mit Klein- und Großkaliberwaffen zulässig.  Hierdurch traten immer mehr Interessierte dem Verein bei. (zeitweiliger Höchststand: 350 Mitglieder)

Durch einen Unglücksfall erlitt die Schießanlage mit der Gewerbehalle und dem Vereinsheim einen Totalschaden. Im April 1991 griff bei einem nächtlichen Schwelbrand in der Elektrik die Glut unbemerkt auf den damals üblichen Kugelfang aus gepressten Stoffballen über. Die Schießanlage füllte sich darauf hin mit Rauchgas. Dieses Gasgemisch wurde schließlich durch die Glut zur Explosion gebracht. Drei Feuerwehrleute befanden sich zu dieser Zeit im Gebäude, – glücklicherweise in der Nähe der Ausgangstür- und kamen nur knapp mit dem Leben davon.

Alter SchießstandLeider hielt sich in der Bocholter Bevölkerung jedoch lange Zeit das Gerücht, es sei leichtsinnig mit Schießpulver umgegangen worden. Dies wurde jedoch durch die eingesetzten Sachverständigen eindeutig als Ursache ausgeschlossen.

 

Wiederaufbau:

Mit beispiellosem Engagement bauten Berni und Ursel Schmeink die Schießanlage und das Vereinsheim wieder auf. Auch diesmal wieder mit Hilfe vieler Vereinsmitglieder. Da die Bodenplatte der Gewerbehalle aufgrund der Explosion eingestürzt war, musste der Keller zugeschüttet werden. Die Schießanlage wurde dann in der heutigen Ausführung im Erdgeschoss eingerichtet.

Die Neueröffnung konnte dadurch bereits im April 1993 erfolgen.

RSB 1994